Hypnose | Teil 1

veröffentlicht von Evelyn Chalmakoff | 17.01.2022

Auf dieser Seite möchte ich dir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Hypnose beantworten. Diese Fragen werden mir häufig gestellt und wenn deine Frage hier fehlt, kontaktiere mich bitte. Für viele klingt Hypnose nach wie vor komisch und verbreitet ein Gefühl der Unsicherheit. Sicher kennst du die sogenannte Bühnenhypnose. Dort werden Menschen im Zustand der Hypnose dazu gebracht, lustige Dinge tun. Das ist unterhaltsam, hat aber mit den Möglichkeiten der Hypnose wenig zu tun und führt stattdessen eher dazu, dass viele das Potential der Hypnose nicht nutzen.

Hypnose – Der Schlüssel zum Unbewussten und verborgenen Potentialen. Foto: Dreamstime

Was ist Hypnose und wie funktioniert Hypnose?

Was genau ist Hypnose?

Manche Leute sagen, Hypnose sei wie schlafen oder Entspanntung. Sie kann tatsächlich Entspannung beinhalten, muss es aber nicht. Manche bezeichnen einen Zustand als Hypnose, andere wiederum den Prozess, welcher in einen Trancezustand führt. Ich nutze Hypnose, um Klienten in einen Zustand fokussierter Aufmerksamkeit zu führen, in welchem Anliegen effektiv und nachhaltig bearbeitet werden. Tieferere Trancezustände werden z. B. für Operationen verwendet.

Vielleicht sind folgende Grundannahmen sinnvoll:

1. Hypnose benutzt jeder täglich unbewusst. Sie ist eine bewusst erlernbare Technik, um Zugang zur inneren Welt, dem Unbewusstsein zu schaffen.

2. Hypnose ist eine effektive Art der Kommunikation.

3. Hypnose ist eine Beziehung zwischen dem Hypnotiseur und der zu hypnotisierenden Person. Die Rückkopplungsschleife zwischen den beiden erzeugt einen hypnotischen Zustand. Die Grenze zwischen dem bewussten und dem unbewussten Verstand wird unscharf, so dass Informationen hin- und herwandern können.

4. Hypnose ist ein Mittel, um auf unbewusste Ressourcen zuzugreifen.

5. Hypnose ist ein Weg, sich in den REM-Schlaft-Zustand (Rapid Eye Movement) zu hacken, während man sich im Wachzustand befindet. Diese Beschreibung nach der Theorie von Human Givens finde ich persönlich sehr gut.

Bewusstsein vs. Unterbewusstsein

Ich verwende nur die Begriffe “bewusst” und “unbewusst“. Andere verwenden auch die Begriffe “Unterbewusstsein”, Überbewusstsein” oder auch “Zentrum”, “Höheres Selbst” etc. Eleganz aus Komplexität entsteht dann, wenn man Modelle einfach macht, mit Bildern erklärt und genau das ist meine Anliegen.

Der bewusste Verstand ist alles, was dir im Moment wirklich bewusst ist: du liest, vielleicht bemerkst du die Temperatur, hörst Geräusche oder spürst den Untergrund unter deinen Füßen. Bewusst, das sind in der Regel 7 Informationen, plus oder minus 2 (je nach Person). Du kannst das, was in deinem Bewusstsein ist, ändern, indem du deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes richtest.

Das Unbewusste ist dagegen eher ein Supercomputer, der ständig Sinneseindrücke und Informationen aufsaugt und verarbeitet. Es verändert und steuert unser Verhalten, trifft ca. 80.000 Entscheidungen am Tag und meldet sich gerne mal als Bauchgefühl oder Intuition. Der Arbeitsspeicher des Unbewussten ist also dem des Bewusstseins haushoch überlegen. Eine einfache Metapher für das Unbewusste ist eine Taschenlampe, die in ein dunkles Haus scheint. Alles, was von der Taschenlampe beleuchtet wird, ist der bewusste Verstand. Alles andere ist unbewusst.

Im Gegensatz zu seiner tatsächlichen Leistung verbraucht das Bewusstsein ca. 80 Prozent der Energie im Gehirn. Nur 20 Prozent stehen dem Unbewusstsein zur Verfügung. Vielleicht kennst du das, dass du in einer schwierigen Prüfung so hoch konzentriert bist, dass du nicht bemerkst, wie die Füße kalt und die Hände klamm werden. Das Gehirn braucht alle Energie.

Bewusstsein ist also Luxus, deshalb speichert unser Gehirn gerne schnell Gewohnheiten und Routinen ab, fährt sozusagen auf Autopilot. Das spart Energie und ist enorm schnell. Deine Superkraft liegt also im Unbewussten, vertraue öfters deiner Intuition.

Videotipp:

Die wunderbaren Kräfte der Hypnose | Doku | ARTE

Die Hypnose hat schon immer die Fantasie der Menschen beflügelt. Die einen sprachen Hypnotiseuren sagenhafte Kräfte der Manipulation zu, die anderen sahen in der Hypnose nichts als einen grotesken Schwindel. Fachlich ausgebildete Hypnotiseure bringen ihre Patienten heute erstaunlich schnell in einen Zustand der tiefsten mentalen Entspannung und des mentalen Abschaltens.

ARTE – Dokumentation Link zum YouTube-Video

Arten der Hypnose

Grundsätzlich werden direkte Hypnose und indirekte (nach Ericksson/Gesprächshypnose) unterschieden.

Die direkte Hypnose, wie sie z. B. von Elman, Estabrooks und anderen gelehrt wurde, ist auch als Ursache-Wirkungs-Modell bekannt. Der Hypnotiseur tut etwas, das die Versuchsperson in Trance versetzt. Dafür werden direkte Befehle verwendet, wie z. B. “Schließe deine Augen und entspanne deinen ganzen Körper”. Ziel ist ein schneller Trancezustand. Diese Art der Hypnose wird auch in der Blitz- oder Showhypnose verwendet.

Beim indirekten Modell geht es darum, Optionen anzubieten. “Und du spürst vielleicht, wie der Arm zu sinken beginnt, während du ruhiger und tiefer atmest”. Dies ist ein kooperatives Modell und verlagert die Verantwortung für Trance (und Veränderung) auf den Klienten. Dieser Stil ist wesentlich sanfter, wird häufig in der Therapie und im Coaching eingesetzt und auch in der Konversationshypnose verwendet.

Wie funktioniert Hypnose?

Wie Hypnose wirklich funktioniert wird immer noch erforscht, doch es gibt ein Modell für die Funktionsweise. Es handelt sich um einen Trancezustand, der durch extreme Suggestibilität, Entspannung und gesteigerte Vorstellungskraft gekennzeichnet ist. Es ist nicht wirklich wie Schlaf, denn der Klient ist die ganze Zeit über wach. Meistens wird Hypnose mit Tagträumen oder dem Gefühl, sich in einem Buch oder Film zu verlieren, verglichen. Man ist bei vollem Bewusstsein, schaltet aber die meisten Reize um sich herum aus. Du konzentrierst dich voll und ganz auf das Thema, das dich beschäftigt und blendest jeden anderen Gedanken aus.

Ähnlich wie in einem Film, erscheint eine imaginäre Welt in gewisser Weise real. Imaginäre Ereignisse können echte Angst, Traurigkeit oder Freude auslösen und man kann fürchterlich zusammenzucken, wenn man von etwas überrascht wird (z. B. wie in einem Film von einer Person, die aus dem Schatten springt). Häufig wird der Trancezustand durch gezielte Entspannungs- und Konzentrationsübungen herbeigeführt und mit einem Zustand zwischen Wachsein und Schlaf verglichen.

Bei der herkömmlichen Hypnose reagierst du auf die Suggestionen (Vorschläge) des Hypnotiseurs oder auf deine eigenen Vorstellungen als wären sie Realität. Wenn der Hypnotiseur dir suggeriert, dass du ein Kribbeln in deinen Händen verspürst, wirst du das wahrnehmen. Wenn der Hypnotiseur suggeriert, dass du zartschmelzende Schokolade im Mund hast, wirst du diese wahrscheinlich schmecken und spüren, wie sie in deinem Mund schmilzt. Aber die ganze Zeit über bist du dir bewusst, dass du dir das alles nur einbildest. Im Grunde spielst du auf einer intensiven Ebene “so, als ob”, wie es Kinder tun.

Wie fühlt sich das an?

In diesem besonderen mentalen Zustand fühlen sich die Menschen ungehemmt und entspannt. Vermutlich liegt das daran, dass sie die Sorgen und Zweifel ausblenden, die normalerweise ihre Handlungen unter Kontrolle halten. Vielleicht erlebst du das gleiche Gefühl, wenn du einen Film schaust: Während du dich in die Handlung vertiefst, verblassen die Sorgen um Job, Familie usw., bis du ganz im Film versunken bist.

In diesem Zustand bist du auch sehr beeinflussbar. Das heißt, wenn der Hypnotiseur dich auffordert, etwas zu tun, wirst du diese Idee wahrscheinlich vollständig annehmen. Das macht die Shows der Bühnenhypnotiseure so unterhaltsam. Normalerweise zurückhaltende, vernünftige Erwachsene laufen plötzlich auf der Bühne herum und gackern wie Hühner oder singen aus voller Kehle. Die Angst, sich zu blamieren, scheint wie weggeblasen zu sein. Das Sicherheits- und Moralempfinden der Versuchspersonen bleibt jedoch während des gesamten Erlebnisses erhalten. Ein Hypnotiseur kann dich nicht dazu bringen, etwas zu tun, was du nicht tun willst.

Wie funktioniert Hypnose

Mit Hypnose schaffst du eine Verbindung zu Deinem Unbewussten. Foto: Dreamstime

Ist Hypnose gefährlich?

Diese Frage habe ich eben schon teilweise beantwortet. Ein Hypnotiseur kann dich nicht dazu bringen, etwas zu tun, was du nicht willst.

Hypnose ist nicht für jeden geeignet. Manche Menschen können tiefe Trancezustände nicht erreichen. In seltenen Fällen kann es zu Nebenwirkungen kommen, wie z. B. Angstzustände, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit.

Hypnose ist in der Regel sicher, solange sie von einer ausgebildeten Fachkraft durchgeführt wird. Ich selbst verwende Hypnose im Coaching als effektive Unterstützung zur Erreichung von definierten Zielen. Auch in der Medizin und in der Psychotherapie wird Hypnose ergänzend eingesetzt, um Personen in der Therapie intensiv zu begleiten.

Kontraindikationen für eine Hypnose sind: akute, schweren Psychosen, Thrombose, kürzlich vorgefallener Herzinfarkt oder Schlaganfall.
Hypnose wird bei Menschen mit schweren psychischen Störungen (z. B. Suchterkrankungen, Psychosen, chizophrenie, Halluzinationen, Persönlichkeitsstörungen, Anfallserkrankungen) nicht oder nur im therapeutischen Kontext nach Rücksprache mit Ärzten eingesetzt.

In Hypnose steckenbleiben ist übrigens nicht möglich. Nach einer Weile wirst du wie aus dem Schlaf einfach aufwachen.

 

Kann jeder hypnotisiert werden?

Nein, es gibt Menschen, die sind nicht trancefähig aber ca. 95 Prozent der Bevölkerung sind grundsätzlich hypnotisierbar.

Metaanalysen von beinahe 10.000 Patienten in kontrollierten Therapiestudien zeigen, dass Hypnosetherapie trotz zum Teil kurzer Behandlungszeiten in verschiedensten Bereichen hoch effektiv ist (Quelle: Milton Erickson Institut Tübingen, Prof. Dr. Dirk Revenstorf). Als hoch hypnotisierbar gelten in Deutschland ca. 23 Prozent der Bevölkerung (in den USA ca. 26 Prozent). Eine gute mittlere Hypnotisierbarkeit haben in Deutschland ca. 38 Prozent der Menschen.

Ein Showhypnotiseur wird nur mit den sehr gut hypnotisierbaren Personen auf der Bühne arbeiten. Dafür führt er vor oder zu Beginn seiner Show so genannte einfach Suggestibiliätstests durch. Hypnosecoaches oder -therapeuten haben mehr Zeit zur Verfüung, können Vertrauen aufbauen und so auch mit Personen arbeiten, die nur als gering hypnotisierbar gelten.

 

“Es ist nie zu spät, eine glückliche Kindheit zu haben.”

– Milton H. Erickson

Geschichte der Hypnose

Du willst mehr zur Entwicklung der Hypnose erfahren? Hier geht es zu meinem Block mit vielen Informationen zur Entwicklung der Hypnose und zu Personen, welche ihren Fußabdruck in dieser Geschichte hinterließen. Geschichte der Hypnose

 

Hi, ich bin Evelyn und meine Leidenschaft ist es, Menschen mit der Kraft der Hypnose und des Mentaltrainings ihre Ziele einfach erreichen zu lassen.

Auf für mich war Hypnose etwas, worüber ich dachte “Das funktioniert bei mir eh nicht”, bis ich bei einem Wochenendkurs merkte, es funktioniert doch. Ab diesem Zeitpunkt wollte ich noch viel mehr lernen und die Hintergründe verstehen.

Genau aus diesem Grund lernte und lerne ich seit vielen Jahren von renommierten Trainern weltweit, wie z. B. Anthony und Freddy Jacquin, Mike Mandel, Martin Castor Petersen, Connirae Andreas, Lukas Derks, John Overdurf u. v. m.

Mein Wissen für Dich – Ich freu mich auf Dich!